Lehrer und Leistung
Die meisten Schüler
sind zu ängstlich. Mehr Mut!
In früheren
Zeiten mußte allen „Respektpersonen"
kritiklos gehorcht werden. Man erzog die Schüler
zu willenlosen Befehlsempfängern und wer nicht spurte,
wurde geschlagen. Heute sollen Schüler zu „kritikfähigen
Staatsbürgern” erzogen werden. Leider gibt
es noch immer Lehrer, die hierzu nicht bereit sind und
jenen Methoden nachtrauern, mit denen sie selbst erzogen
und ausgebildet wurden.
Mathestunde.
„Habt ihr alles verstanden? Noch irgendwelche
Fragen?"
Die Schüler schauen
sich an. „Eigentlich hab' ich das ja nicht so
ganz kapiert. Aber mich jetzt melden? Dann geht‘s
an die Tafel und ich werde mich vor der ganzen Klasse blamieren!
So wie gestern die Carola! Nee! Ich versuch's lieber allein
zu Hause!"
So oder ähnlich
verlaufen 2008 – im Jahr der Mathematik – noch
immer tausende von Schulstunden. Tag für Tag! Und Schüler
akzeptieren das, weil sie ja doch nichts daran ändern
können. Wirklich nicht?
Lehrer werden dafür
bezahlt, den Schülern etwas beizubringen. Das ist ihr
Beruf – eine sehr risikoarme Beschäftigung, denn
niemand wird einen Lehrer wegen schlechter Leistungen entlassen,
sein Arbeitgeber (der Staat) stellt einen sicheren Job,
die Bezahlung in Ordnung und für sein Alter wird bestens
vorgesorgt. Aber bloß kein Neid! Die Lehrer haben
es nicht leicht und ihren Lohn verdient – falls sie
gute Arbeit leisten! Als Schüler habt ihr einen Anspruch
darauf!
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Wer kontrolliert eigentlich
einen Lehrer? Wer stellt fest, ob er gute oder schlechte
Arbeit leistet? Schulleiter oder Schulamt? Wie oft
ist denn in Eurer bisherigen Schulzeit irgend jemand,
der die Qualität der Lehrerarbeit überprüft,
unverhofft (!) in die Klasse gekommen, hat sich in
die letzte Bank gesetzt und anschließend mit
dem Lehrer über dessen Unterricht diskutiert?
Na also! Eine wirksame Kontrolle gibt es nur auf dem
Papier. Das kann man ändern!
Machtlos? Nein, denn IHR seid
die Hauptpersonen. Der Lehrer ist schließlich
für Euch da – und nicht Ihr für den
Lehrer!
Schüler können nicht
nur guten Schulunterricht verlangen: Sie besitzen
auch die Macht, einen solchen durchzusetzen! |
Das war nicht immer so.
In früheren Zeiten mußte allen „Respektpersonen"
kritiklos gehorcht werden. „Respektpersonen”
wie Lehrer, Pfarrer, Ausbilder und auch viele Eltern duldeten
keinerlei Widerspruch und zwangen den Heranwachsenden –
auch mit Schlägen – ihren eigenen Willen auf.
Dies hat sich glücklicherweise geändert und in
jedem Schulprogramm ist nachzulesen, die Schüler seien
zu „kritikfähigen" Staatsbürgern zu
erziehen. Auch das steht auf Papier. Nur auf Papier? Ihr
könnt es einfordern!
Erfüllt die hohlen
Worte doch einfach mal mit Leben, nehmt die Verantwortlichen
beim Wort und sagt ganz souverän, was Euch nicht paßt!
Natürlich freundlich und höflich, aber bestimmt!
Und laßt Euch überraschen: Gute Lehrer vertragen
Kritik, reagieren positiv und diskutieren mit Euch (manche
vielleicht ebenso bestimmt – aber immer mit einem
Lösungsvorschlag als Ergebnis). Die schlechten nehmen
Euch dagegen gar nicht ernst, wechseln das Thema, blicken
nicht durch, kommen mit Ausreden statt mit Argumenten oder
drohen Euch gar offen oder in Worten versteckt mit Nachteilen.
Doch keine Angst – Ihr habt genügend Mittel und
Wege, gegen ungerechtes Verhalten vorzugehen (Schulkritik
hilft!). Und wenn ein Schüler eher zurückhaltend
ist? Auch hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten, seine
Rechte wahrzunehmen!
Also los! Eine neue
und interessante Aufgabe wartet auf Euch! Ein lohnendes
Ziel, mit dem IHR SELBST Eure Zukunft bestimmen und gestalten
könnt! Schulkritik wird Euch dabei helfen und Ihr helft
Schulkritik, das heruntergekommene Bildungsystem zu Eurem
eigenen Vorteil zu verbessern.
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/ S102 / 16.10.08